Die wesentlichen Elemente des TZI-Konzepts

Vier-Faktoren-Modell und dynamische Balance

Jede Gruppe ist durch vier Faktoren bestimmt: die Person (Ich); die Gruppeninterak­tion (Wir), die Aufgabe (Es), das Umfeld (Globe). Die Anerkennung und Förderung der Gleichgewichtig­keit der Ich-Wir-Es-Faktoren im Umfeld ist die Basis der TZI-Gruppenarbeit.

Aufgabe des TZI-Gruppenleiters ist es, auf die "dynamische Balance" der vier Fakto­ren zu achten.

Zur dynamischen Balance gehört auch die zwischen intellektueller und emotionaler Beteili­gung, Anspannung und Entspannung, zwischen Reden, Schweigen und Tun.

Der Begriff "dynamisch" meint, daß die Balance nicht wie bei einer Waage statisch, sondern wie bei einem Fahrrad nur im Prozeß möglich ist.

Themenprinzip

Das Thema formuliert die gemeinsame Aufgabe und das Ziel der Gruppenarbeit. Das Thema jeder einzelnen Arbeitseinheit hat einen Bezug zum Gesamtthema. Es soll die Teilnehmenden möglichst ganzheitlich ansprechen, sie dort abholen, wo sie sind, und zum nächsten Schritt in Bewegung setzen. Es soll weit genug sein, daß sich alle darin wiederfinden, und so begrenzt, daß es Orientierung gibt.

Partizipierende Leitung

Der Leiter / die Leiterin versteht sich als Teil des Systems, ist also zu­gleich Teil­nehmerIn und LeiterIn. Als TeilnehmerIn verhält er/sie sich modellhaft im Sinne der Postulate und bringt sich selbst selektiv und authentisch mit seinen Gedan­ken und Gefühlen ein. Als LeiterIn erspürt sie die weiterführenden Themen, formuliert sie und führt sie ein, schlägt Arbeitsweisen vor und sorgt für ihre Einhaltung. Er/sie beach­tet die Balance zwischen Ich, Wir, Thema und Außenwelt.

Werte und Menschenbild

Die Werte und das Menschenbild sind in folgenden "Axiomen" formuliert:

  1. Der Mensch ist eine psycho-biologische Einheit. Er ist auch Teil des Universum. Er ist darum gleicherweise autonom und interdependent. Die Autonomie des Einzel­nen ist um so größer, je mehr er sich seiner Interdependenz mit allen und allem bewusst ist.
  2. Achtung gebührt allem Lebendigem und seinem Werden und Vergehen. Respekt vor dem Wachstum bedingt bewertende Entscheidungen. Das Humane ist wertvoll; Inhuma­nes ist wertbedrohend.
  3. Freie Entscheidung geschieht innerhalb bedingender innerer und äußerer Gren­zen. Erweite­rung dieser Grenzen ist möglich.

Aus diesen Werten sowie aus der Forderung, die Realität, und nicht Dogmen als Au­to­rität an­zuerkennen, ergeben sich zwei allgemeine Handlungsanweisungen, sog. "Pos­tulate":

  1. Sei dir deiner inneren und äußeren Gegebenheiten bewußt und entscheide in der Verant­wortung gegenüber dir und anderen; kurz: "Sei deine eigene 'Chairperson'"!
  2. Störungen nehmen sich den Vorrang, beachte sie also als Chance und nimm sie wichtig als Hinweis auf Übersehenes oder Verdrängtes!

Hilfsregeln

Die Hilfsregeln sind Anleitungen zur Verwirklichung der Postulate auf der Basis der Axiome:

  1. Vertritt dich selbst in deinen Aussagen; sprich per 'Ich' und nicht per 'Wir' oder 'Man'.
  2. Wenn du eine Frage stellst, sage, warum du fragst und was deine Frage für dich bedeu­tet. Sage dich selbst aus und vermeide das Interview.
  3. Sei authentisch und selektiv in deinen Kommunikationen!
  4. Halte dich mit Interpretationen von anderen zurück. Sprich stattdessen deine per­sönlichen Reaktionen aus.
  5. Sei zurückhaltend mit Verallgemeinerungen.
  6. Wenn du etwas über eine andere Person sagst, sage auch, was es dir bedeutet.
  7. Seitengespräche haben Vorrang. Sie stören und sind meist wichtig.
  8. Nur einer zur gleichen Zeit bitte!

 "Hilfsregeln helfen, wenn sie helfen" (R. Cohn) und dürfen nicht zu einem Ge­setz gemacht werden.