Zitate von Ruth Cohn

Schatzsuche

Wer hat es sich nicht schon manchmal gewünscht. Im rechten Moment den rechten Spruch auf den Lippen zu haben. 

" ... "

Damit dies in Zukunft leichter geht, möchte ich hier einen Raum öffnen, für all jene, die in Bezug auf Ruth Cohn versiert und belesen sind. Und für jene, die dies noch werden wollen.

Tragen Sie doch Ihre Lieblingszitate von Ruth Cohn im Kommentarfeld ein. Vielleicht kennen Sie sogar die Stelle, wo diese nachzulesen ist. 

Ich bin neugierig, welch glänzenden Schatz wir auf diese Art und Weise gemeinsam heben können. Viel Freude dabei!

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Kommentare

"Das Verächtlichmachen von Wissen und Denken ist nicht weniger destruktiv als das Herabschauen auf Gefühle und Sensitivität."

( R. Cohn/ Von der Psychoanalyse zur Themenzentrierten Interaktion/ Klett Cotta Stuttgart 1975/ S. 102)

Lieben Dank für Ihren nützlichen Beitrag. Ich habe Ihren Weblog schon länger im Newsfeed abonniert. Und jetzt musste mich mal zu Wort melden bzw. mich mal bedanken. Machen Sie genauso weiter, freue mich bereits jetzt schon auf den nächsten Beitrag

"Die Fähigkeit zu phantasieren ist ebenso real wie unsre Fähigkeit zu essen. Ein Haus, in dem man wohnen kann, mag wichtiger erscheinen als ein Traumschloss - aber sogar das Haus, in dem wir wohnten, war ein Traumschloß bevor wir es gebaut haben."

R. Cohn, Von der Psychoanalyse zur Themenzentrierten Interaktion, Klett Cotta Stuttgart 1975, S. 28

"Individuelle Vorlieben entheben uns nicht der Notwendigkeit, nach optimal wirksamen Methoden zu suchen und unsere Fähigkeiten zu vervollkommnen."
R. Cohn, Von der Psychoanalyse zur Themenzentrierten Interaktion, Klett Cotta Stuttgart 1975, S. 77

Ich persönlich würde hier sogar weitergehen und sagen: Individuelle Vorlieben entheben uns nicht der Verantwortung ...

Bild des Benutzers Christoph Drexler

Das nachfolgende Zitat ist zwar sprachlich sehr drastisch, fast derb, aber es ist mir wichtig, weil es zeigt, wie eng verknüpft die persönlichkeitsorientierte und die politische Dimension in Ruth Cohns Denken sind.

"Was ich sagen will, ist, dass Drinnen und Draußen - die Selbstverwirklichung, die Weltverwirklichung - sich in mir in Autonomie und Interdependenz treffen. Ich erlebe, dass ich um so autonomer bin, je mehr ich mir unserer Interdependenz bewusst werde, und um so gemeinschaftlicher, je mehr ich meine Eigenart pflege.

Ich möchte aus meinem Zimmer, aus meiner Blumen- und Wasserfall- und Vogelwelt heraus Augen haben, die über die Wiesen und Berge und über nationale Grenzen und Meere hinausschauen können zu den Booten, die auf kalten Wellen schwimmen, mit Frauen und Kindern, die von Piraten vergewaltigt und des letzten Reiskorns und der letzten Kleidung beraubt werden. Ich möchte Ohren haben, die Schreie der Versinkenden zu hören, und die Schreie von Männern in Folterkellern, denen hungrige Hunde ihre mit Fett bestrichenen Penisse abfressen, und die Schreie der Kinder und Eltern, die gegenseitig die Pein des Marterns ihrer Geliebten mit anschauen müssen.

Ich möchte Menschen, die all dieses Leid nicht wollen, ermutigen, nicht zu resignieren und sich ohnmächtig zu fühlen, sondern ihre Vorstellungskräfte und ihr Handlungsvermögen einzusetzen, um sich solidarisch zu erklären und zu verhalten, solange wir selbst noch autonome Kräfte in uns spüren.

Das ist das Eigentliche, was ich mit TZI möchte."

(Ruth C. Cohn ; Alfred Farau: Gelebte Geschichte der Psychotherapie : Zwei Perspektiven. 3. Aufl. in der Reihe "Konzepte der Humanwissenschaften". Stuttgart : Klett-Cotta, 2001, S. 374 - Hinweis für andere Ausgaben des Buches: Das Zitat befindet sich am Ende des 14. Kapitels.)